Filmkommentar: Luminaris
Luminaris erzählt eine recht einfache Geschichte, in der der Held den starren Rahmenbedingungen seiner Umgebung entfliehen möchte.
Seine Hoffnungen scheitern plötzlich, aber er sieht, wie die Hindernisse fallen, und verwirklicht seinen Traum dank der Hilfe der weiblichen Figur, die er trifft, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Der letzte Kuss bestätigt das Modell der Romantik, mit der Ausnahme (aber das ist vielleicht nicht trivial), dass die Rollen von Mann und Frau hier vertauscht sind.
Das Interesse des Films liegt in der erstaunlichen Umgebung, in der dieses dünne Diagramm platziert ist. Luminaris beschreibt eine Welt, in der das Leben durch Sonnenlicht reguliert wird und in der dieser Rhythmus mit Konformismus und Standardisierung verbunden ist, durch visuelle Verweise auf die Ära des triumphalen Taylorismus. Diese paradoxe Wahl (normalerweise wird natürliches Licht geschätzt) wird in gewisser Weise durch die Idee einer ebenso magischen wie natürlichen Technik verstärkt, die es ermöglicht, Objekte durch Kauen des Rohmaterials zu formen und mit einem Augenzwinkern zum Leben zu erwecken.
In dieser Umgebung ist der Traum des Helden ein vergrößertes technisches Objekt, das so weit perfektioniert ist, dass es alle erdenklichen Standards übertrifft. Er ist dann ohne Logik und kann sich zu unerwarteten Zusammenhängen öffnen, entsprechend der surrealistischen Ästhetik, die den Film stillschweigend durchdringt. Eine Glühbirne ist ein Luftschiff, das der Freiheit entgegenfliegt.
Der Film scheint uns also zu sagen, dass die Methoden keine Rolle spielen – Berechnung und wissenschaftliche Innovation oder Heimwerken und Zufall – nur Fantasie und Träume zählen. Luminaris präsentiert diese Idee nicht nur, sondern setzt sie tatsächlich in die Tat um, indem er Kino- und Animationstechniken mit Präzision, Erfindungsreichtum und Spott einsetzt. Es ist ganz natürlich, dass er den Pionieren der Siebten Kunst huldigt.
Die Welt des Kurzfilms: Luminaris
Die Geschichte und das Thema verstehen, Gefühle ausdrücken und kritisches Denken entwickeln.
1Wie ist die Ausgangssituation des Helden? Was versucht er zu erreichen? Auf welche Hindernisse stößt er? Wie überwindet er sie?
Er arbeitet in einer Fabrik an der Herstellung von Glühbirnen. Um der Stadt zu entkommen, versucht er, ganz allein eine riesige Glühbirne herzustellen. Es ist eine komplizierte Aufgabe. Für die Durchführung mehrerer Tests benötigt er Materialien, die er jedoch nicht selbst mitnehmen darf. Dabei hilft ihm sein Kollege.
2Was macht den Helden unter anderen Arbeitern besonders?
Er zögert nicht, die Fabrikregeln zu missachten, um sein Projekt zu verwirklichen. Er versucht, den Regeln zu entkommen, denen sich jeder unterwirft. Er stellt sich ein anderes Leben vor.
3Warum ist der Vorarbeiter am Ende des Films wütend, als er die beiden Helden davonfliegen sieht?
Er ist wütend, dass er es nicht geschafft hat, sie aufzuhalten (was ist seine Aufgabe)? Ist er eifersüchtig auf ihre Freiheit?
4Was gibt im Film Rhythmus und Ordnung in den Arbeitsalltag? Wie sehen wir es?
Es ist die Sonne. Wir sehen, wie sich Objekte und Menschen gleichzeitig mit den Schatten vorwärts bewegen.
5Was ist die Aufgabe der Charaktere? Welche Technik verwenden sie?
Sie sind Arbeiter in einer Fabrik. Sie arbeiten am Fließband. Jeder hat eine bestimmte und begrenzte Rolle. Ihre Technik ähnelt eher Magie.
6An welche Epoche der Geschichte erinnert uns der Film?
In den 1920er-1930er Jahren, je nach Architekturstil. Zu dieser Zeit verbreitete sich diese Arbeitsform.
7Wie treten die Schauspieler auf? Ist es dasselbe wie in einem normalen Film?
Ihre Gesichtsausdrücke sind übertrieben.
8Wie wurde der Ablauf der Fahrt zur Fabrik gefilmt?
Diese Technik wird Pixilierung genannt. In regelmäßigen Abständen wurden Fotos auf den Straßen gemacht, wobei die Schauspieler jedes Mal etwas weiter vorne platziert waren und genau dem Verlauf der Sonne folgten, so dass bei der Serienaufnahme der Eindruck entstand, als würden die Schauspieler der Sonne folgen.
9Wie wurde die Szene gedreht, in der der Vorarbeiter wütend wird?
Es handelt sich um eine Fotoserie, bei der der Schauspieler jedes Mal einen etwas anderen Gesichtsausdruck annimmt und Watte an seinen Ohren befestigt wird, um den Rauch darzustellen.
Thema
Freiheit
Genre und Schlüsselwörter
Komisch, Abstrakt, Licht, Glühbirne, Arbeit, Verpixelung
Empfohlenes Alter
Ab 7 Jahren
Dauer
6 min 17 s
Titel
Luminaris
Realisierung
Juan Pablo Zaramella
Sounddesign
Diego Gat & Tauro Digital Sound
Produktion
Juan Pablo Zaramella im Jahr 2011, Argentinien